Presseberichte 2009
  Vorzeitiges Saisonende in der Deutschen Rallycrossmeisterschaft (DRX) für Sven Seeliger
  Text und Fotos: Sven Kopf

Die Fans suchten in der Nennungsliste für den dritten DRX-Lauf vergeblich nach dem Sven Seeliger, der Rethemer beendet zähneknirschend die Saison noch vor der Halbzeitpause.

„Die Entscheidung fiel mir nicht leicht, ich habe lange mit dem Team und mit den Sponsoren gesprochen“ sagt Sven Seeliger und erklärt: „Wir haben beim zweiten DRX-Rennen wieder zwei Antriebswellen verloren, als es im Finale zur Sache ging.“ Ohne Fremdeinwirkung waren die Wellen abgeschert, Ersatz müsste angefertigt werden, denn das Team von Seeligerracing hat den Bestand an Ersatzwellen inzwischen verbraucht. „Das macht keinen Sinn, wir können nicht bei jedem Rennen mehrere Tausend Euro in die Antriebswellen investieren, die dann doch nur ein oder zwei Rennen unter Vollbelastung standhalten. So verliere ich auch das Vertrauen in die Standfestigkeit und kann nicht am Limit fahren“ so der Familienvater, der Spitzenfahrer wie Rolf Volland oder Andreas Steffen nur besiegen kann, wenn er den Ford Fiesta ST 1600 auch an der äußersten Belastungsgrenze bewegt. „Steffen und Volland nutzen wie viele andere Piloten bereits sequentielle Getriebe, wir noch nicht. Das ist nur ein kleiner Nachteil, aber wir können den Fiesta nicht weiter entwickeln, wenn wir ständig das Geld für Antriebswellen ausgeben müssen“ ärgert sich Seeliger und meint: „die Konkurrenz entwickelt die Fahrzeuge stetig weiter, wir beseitigen Schäden – so kann es nicht weitergehen“. Nun hat das Team Gespräche mit Herstellern sequentieller Getriebe geführt und ist fündig geworden. „Wir könnten für das nächste Jahr ein brauchbares, standfestes und vor allem konkurrenzfähiges Antriebs-Paket geschnürt haben, bei dem Wartung und Service vor Ort auch noch schneller gehen“. Bisher haben Teile eines Mitsubishi-Getriebes mit speziell angefertigten Antriebswellen Verwendung gefunden. „Das Konzept funktioniert einfach nicht“ ist sich Seeliger nun sicher. Für den Rest der Saison bleibt der Fiesta in der Garage, um gestärkt in die Saison 2010 zu starten.

  Sven Seeliger in der Verfolgerrolle
 

Nachdem Rethems Rallycrosser Sven Seeliger mit einem Sieg beim Saisonauftakt die Tabellenspitze erklommen hatte, sieht er sich nach dem zweiten Rennen nun in der Verfolgerrolle – doch es ist noch alles drin.

Gegen seine Rivalen Rolf Volland, der bis zum zweiten DRX-Event auf dem Estering in Buxtehude auf Position zwei lag, und dem immer stärkeren werdenden Andreas Steffen hatte Sven Seeliger diesmal nichts entgegen zu setzen. Während er den mehrfachen und amtierenden Deutschen Meister Volland beim Saisonauftakt noch den Start hatte abnehmen können, war gegen den Profi aus Bayern diesmal kein Kraut gewachsen. Volland sicherte sich mit zwei Bestzeiten die Pole, auch Steffen war in allen drei Vorläufen schneller als Seeliger, der es dennoch als Drittschnellster des Tages in die erste Startreihe des Finales der Division 1A schaffen konnte. Hier musste der Fiesta-Fahrer von ganz außen ins Rennen gehen, eine brisante Ausgangsposition, denn man kann von dort aus zwar sehr lange beschleunigen und mit der Spitze des Feldes gleichziehen, bleibt jedoch immer auf der ungünstigen Außenbahn, die weniger Grip bietet und daher wesentlich rutschiger ist. Die Startampel gibt das Signal und das Feld mit acht Teilnehmern rast los, Seeliger kann den Speed des Führenden mitgehen, muss aber in der ersten Kurve irgendwie einen Weg auf die Ideallinie finden, sonst droht er durchgereicht zu werden. Eine Staubwolke verhüllt die erste Kurve, als die Piloten sie dicht an dicht erreichen. Später werden die Beteiligten nicht mehr sagen können, was in dem dichten Gedränge genau passierte – so unklar war die Situation aufgrund der starken Staubentwicklung im Getümmel der Rennwagen. Seeliger schaut zur Seite, nach vorn und in die Rückspiegel, sucht eine Lücke. Er kommt vom tiefen Schotter der Fahrbahngrenze jedoch nicht rechtzeitig rüber auf die günstige Innenbahn, muss Kontrahenten ziehen lassen und bekommt einen Schlag – einer der Verfolger dreht sich, fährt Seeliger fast übers Auto und verliert sogar ein Rad. An Seeligers Fiesta bricht eine Antriebswelle, der Rethemer muss aufgeben. „Ich weiß nicht, wann und weshalb die Antriebswelle den Dienst quittierte, ich musste irgendwie von der Außenbahn weg, dann hatte ich keinen Vortrieb mehr“ ärgert sich Seeliger, der sich nun um eine neue Welle kümmern muss, wenn er beim nächsten Rennen im dänischen Nysum wieder an den Start gehen will. Aufgrund der guten Qualifikation reicht es am Ende für Position sieben, Seeliger erhält wichtige zehn Meisterschaftspunkte und steht in der Tabelle der Produktionswagenwertung nun auf dem vierten Rang, mit geringem Abstand auf die Spitze. „Nun kommt mir die Verfolgerrolle zu, aus der sich aber gut angreifen lässt“ zieht Seeliger ein Fazit nach dem Renntag.

Text und Fotos: Sven Kopf

  Seeliger bereit für Teil 2
 

Rethems Rallycrosser Sven Seeliger ist nach dem sensationellen Sieg beim Saisonauftakt der internationalen Deutschen RallycrossMeisterschaft (DRX) wieder startklar.

Am 19. April steht der zweite Lauf zur DRX im Terminkalender vom Team Seeligerracing. Hochmotiviert blickt Sven Seeliger auf dieses Rennen, dass er als Tabellenführer der Produktionswagenwertung angehen wird. Austragungsort ist der Estering in Buxtehude (nahe Hamburg) und Seeliger hat nur gute Erinnerungen an Deutschlands älteste Rallycross-Piste, die seit über 30 Jahren für feinsten Offroad-Sport bekannt ist. „Im letzten Jahr wurde der Ring grundlegend überarbeitet, neuer Asphalt wurde verbaut und die Infrastruktur insgesamt weiter verbessert“ weiß der zweifache Vater, der die Neuerungen bereits im Oktober 2008 beim Finale der Europameisterschaft unter die Räder genommen hat. Nun hat sich die Anlage zu einer professionellen Motorsportarena gemausert, ohne das der ausrichtende Automobilclub Niederelbe die Zuschauer aus den Augen verloren hat, von allen Seiten ist das Renngeschehen auf dem knapp einen Kilometer langen Rundkurs zu verfolgen. Auch die Nähe zu den Fahrern zählt seit jeher zu den besonderen Merkmalen der Rallycross-Szene, bei Seeligerracing ist jeder Fan willkommen. „Wer möchte, darf auch mal im Rennwagen Probe sitzen“ sagt Seeliger, der den Estering wie seine Westentasche kennt. Dort hat er seine beiden Europameisterschaftstitel gefeiert und schon viele spannende Duelle ausgetragen. Im letzten Jahr gelangte er zweimal aufs Podium – das lässt hoffen. Sein Ford Fiesta ST - mit 850 kg ein echtes Leichtgewicht - bringt etwas über 200 PS Leistung mit. Seeliger startet mit der Rennmaschine in der Division 1A, hier kämpfen Fahrzeuge mit 1600 ccm um die Krone der Produktionswagenwertung und Seeliger steht punktgleich mit Clemens Meyer an der Tabellenspitze. Da neben der deutschen Meisterschaft auch ein Lauf zur dänischen Meisterschaft ausgetragen wird, werden mehr als 100 Teilnehmer erwartet, auch aus Belgien und Schweden sind Fahrer am Start.

Weitere Informationen gibt es unter www.seeligerracing.de, außerdem wird es unter www.rallycross-dm.de den ganzen Sonntag lang ab zehn Uhr eine live Berichterstattung von der Veranstaltung mit allen Resultaten und beeindruckenden Fotos geben.

Text und Fotos: Sven Kopf

23.03.09 Sensationssieg für Sven Seeliger
 

Gelungener Saisonauftakt für Sven Seeliger, er startet mit einem Sieg in die neue Motorsport-Saison 2009.

„Die sieben Jahre Pech müssen nun vorbei sein“ meinte Dieter Seeliger vor der Abfahrt nach Oschersleben, wo am 22. März der Saisonauftakt der internationalen Deutschen Rallycross Meisterschaft (DRX) gestartet wurde. Der Vater des Rethemer Rallycrossers Sven Seeliger spielte damit auf die Pechsträhne nach den Erfolgen aus den Jahren 2000 und 2001 an. Er sollte Recht behalten, denn das Team erlebte ein Rennwochenende, wie es spannender und spektakulärer kaum hätte werden können. Schon beim samstäglichen Training knackte Seeliger gemeinsam mit nur zwei weiteren Fahrern die Schallmauer von 100 km/h bei der Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem knapp einen Kilometer langen C-Kurs der Motorsportarena in der Magdeburger Börde. Im ersten von insgesamt drei Qualifikationsläufen erreichte er die Bestzeit, im zweiten Vorlauf gewann er den Start, doch der mehrfache und amtierende Deutsche Meister Rolf Volland (Skoda Fabia MK II) konterte und verwies Seeliger wieder auf Rang zwei. Im dritten Vorlauf eroberte sich Volland mit einer weiteren Bestzeit die Pole Position für das Finale, Seeliger stand neben ihm in der ersten Reihe. Nach einem Superstart rast Seeliger als erster auf und davon, dicht hinter ihm Volland, der sich mit der Verfolgerrolle begnügen muss. Die Spannung steigt, als der Ford Fiesta ST 1600 des Rethemers erneut die Stelle erreicht, an der seinem Fahrer zuvor in den Qualifikationsläufen ein Fahrfehler unterlaufen war - doch Seeliger leistet sich diesmal keinenAusrutscher und bringt das Fahrzeug auf der Ideallinie um den Kurs, Volland versucht es von allen Seiten, doch er kann Seeliger nicht mehr einfangen. Mit Luftsprüngen und Jubelschreien feiert das TeamSeeligerracing den Erfolg, unter tosendem Applaus des Publikums steigt der Rethemer schließlich auf das Siegerpodest und steht nun an der Tabellenspitze der Rallycross Produktionswagenmeisterschaft. Für den ehemaligen Doppeleuropameister geht es am 19. April auf dem Estering in Buxtehude in die zweite von insgesamt sechs Runden.

Text und Fotos: Sven Kopf
17.03.09

Saisonstart für Sven Seeliger

 

Nach durchwachsener Saison 2008 und einer bösen Überraschung in der Winterpause steht die neue Rallycross Saison vor dem Team von Seeligerracing. Am 22. März geht es in Oschersleben los.

Keine guten Erinnerungen hat der Rethemer Rallycrossfahrer Sven Seeliger an den Saisonauftakt 2008. Vor ziemlich genau einem Jahr startete die internationale Deutsche Rallycross Meisterschaft (DRX) ebenfalls in der Magdeburger Börde, nach Bestzeit im Training flog Seeliger im ersten Vorlauf ab und beschädigte seinen Ford Fiesta ST nachhaltig, so dass die erste von insgesamt sechs Veranstaltungen in die Hose ging. Später lief es dann besser, es folgten Podestplätze und auch der Fiesta bewies einmal mehr seine Standfestigkeit. Bei der Revision des 220 PS starken Boliden in der Winterpause kam jedoch heraus, dass der Motor beschädigt war und umfangreiche Reparaturen notwendig werden sollten. „Wir haben das beim Finale der Rallycross Europameisterschaft im Oktober letzten Jahres nicht bemerkt“ ärgert sich Seeliger und erklärt: „dem Fahrzeug fehlten durch den Schaden um die 30 PS, aber das Finalrennen war eine reine Regenschlacht auf äußerst schmierigem Geläuf, es regnete fast ununterbrochen und so haben wir den Leistungsverlust nicht bemerkt.“ Nun arbeitet das Team fieberhaft daran, das Wettbewerbsfahrzeug für den Start in das neue Rallycross-Jahr zu präparieren. Zu seinen Saisonzielen meint Seeliger: „Wir hoffen auf eine komplette Saison in Deutschland, es darf allerdings nichts dazwischen kommen. Den einen oder anderen Auftritt in der Rallycross Europameisterschaft planen wir auch in diesem Jahr.“ Nach Platz acht im Jahre 2007 und Rang elf in der vergangenen Saison soll in diesem Jahr unbedingt wieder ein einstelliges Ergebnis erzielt werden.

Text und Fotos: Sven Kopf