Nachdem Rethems Rallycrosser Sven Seeliger mit einem Sieg beim Saisonauftakt die Tabellenspitze erklommen hatte, sieht er sich nach dem zweiten Rennen nun in der Verfolgerrolle – doch es ist noch alles drin.
Gegen seine Rivalen Rolf Volland, der bis zum zweiten DRX-Event auf dem Estering in Buxtehude auf Position zwei lag, und dem immer stärkeren werdenden Andreas Steffen hatte Sven Seeliger diesmal nichts entgegen zu setzen. Während er den mehrfachen und amtierenden Deutschen Meister Volland beim Saisonauftakt noch den Start hatte abnehmen können, war gegen den Profi aus Bayern diesmal kein Kraut gewachsen. Volland sicherte sich mit zwei Bestzeiten die Pole, auch Steffen war in allen drei Vorläufen schneller als Seeliger, der es dennoch als Drittschnellster des Tages in die erste Startreihe des Finales der Division 1A schaffen konnte. Hier musste der Fiesta-Fahrer von ganz außen ins Rennen gehen, eine brisante Ausgangsposition, denn man kann von dort aus zwar sehr lange beschleunigen und mit der Spitze des Feldes gleichziehen, bleibt jedoch immer auf der ungünstigen Außenbahn, die weniger Grip bietet und daher wesentlich rutschiger ist. Die Startampel gibt das Signal und das Feld mit acht Teilnehmern rast los, Seeliger kann den Speed des Führenden mitgehen, muss aber in der ersten Kurve irgendwie einen Weg auf die Ideallinie finden, sonst droht er durchgereicht zu werden. Eine Staubwolke verhüllt die erste Kurve, als die Piloten sie dicht an dicht erreichen. Später werden die Beteiligten nicht mehr sagen können, was in dem dichten Gedränge genau passierte – so unklar war die Situation aufgrund der starken Staubentwicklung im Getümmel der Rennwagen. Seeliger schaut zur Seite, nach vorn und in die Rückspiegel, sucht eine Lücke. Er kommt vom tiefen Schotter der Fahrbahngrenze jedoch nicht rechtzeitig rüber auf die günstige Innenbahn, muss Kontrahenten ziehen lassen und bekommt einen Schlag – einer der Verfolger dreht sich, fährt Seeliger fast übers Auto und verliert sogar ein Rad. An Seeligers Fiesta bricht eine Antriebswelle, der Rethemer muss aufgeben. „Ich weiß nicht, wann und weshalb die Antriebswelle den Dienst quittierte, ich musste irgendwie von der Außenbahn weg, dann hatte ich keinen Vortrieb mehr“ ärgert sich Seeliger, der sich nun um eine neue Welle kümmern muss, wenn er beim nächsten Rennen im dänischen Nysum wieder an den Start gehen will. Aufgrund der guten Qualifikation reicht es am Ende für Position sieben, Seeliger erhält wichtige zehn Meisterschaftspunkte und steht in der Tabelle der Produktionswagenwertung nun auf dem vierten Rang, mit geringem Abstand auf die Spitze. „Nun kommt mir die Verfolgerrolle zu, aus der sich aber gut angreifen lässt“ zieht Seeliger ein Fazit nach dem Renntag.
Text und Fotos: Sven Kopf |