Berichte 2007 - 7.Lauf zur ERC Rallycross Europa Meisterschaft
Duivelsbergcircuit - Maasmechelen - Belgien 11.-12. August 2007

Gutes Ergebnis für Seeligers EM-Premiere
Rang 13 für Rethemer Rallycrosser, schon am 19. August erneut am Start.

Es war der erste Auftritt in der Europameisterschaft in diesem Jahr für Sven Seeliger.
Nach dem schönen Erfolg auf dem Estering wenige Wochen zuvor, als Seeliger den
fünften Lauf zur internationalen Deutschen Rallycross Meisterschaft (DRX) gewinnen konnte,
stand der Auftritt des zweimaligen Europameisters in Belgien an.


Ein 13. Platz sprang in der Tagesendabrechnung heraus, trotz zahlreicher Probleme oder eben deswegen "können wir damit zufrieden sein" resümiert Sven Seeliger seine EM-Premiere 2007.
Die Probleme fingen bereits im Zeittraining an. Die Einspritzdüsen spielten ein wenig verrückt sodass der Fiesta Motor bei hoher Drehzahl keine Leistung aufbauen konnte. Sven musste trotzdem an den Start zum Zeittraining um sich für die Vorläufe zu qualifizieren. "Nur" die 18. Zeit... Als bester Deutscher war er aus dem Zeittraining hervorgegangen, doch im Vergleich mit den insgesamt 31 Fahrern aus neun Nationen war er nur 18ter. Der Abstand zum Zehnten betrug jedoch nur knapp eine Sekunde und überdies wird in den Trainingseinheiten oft gepokert, taktiert oder nicht ganz am Limit gefahren. Das Team geriet unter Druck um das Fahrzeug bis zum ersten Lauf wieder in Topform zu bringen. Kurzerhand wurde die Elektrik durchgemessen und auch Einstellungen an der Elektronik vorgenommen.

Im ersten Durchgang lief der Fiesta dann ordentlich, doch Sven verpasste den Start. "Den ersten Start habe ich verschlafen" ärgerte sich der Rethemer über den Qualifikationslauf. Er hetzt dem Feld hinterher, kann auch 3 Mitbewerber passieren, doch die Gesamtzeit reicht nur für den 13. Rang. Nach dem Rennen dann die nächsten Probleme. Die Elektronik spielt verrückt. "Meine Digitalen Instrumente sind ausgefallen." Ohne Anzeigen ist es schwer ein hochgezüchteten Rennwagen sicher und schonend um die Strecke zu bewegen. Die Probleme konnten aber am Samstag Abend behoben werden.
Im ersten Vorlauf trotz der Probleme noch 13er, rutschte Seeliger im 2. Durchgang nach einem Überholversuch in den Fangsand und konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien. Überrascht über das frühe Bremsmanöver des Vordermannes hatte er ausweichen müssen und dabei von der Fahrbahn abgekommen. Nun musste der zweifache Familienvater wirklich alles auf eine Karte setzen, um noch in die Punkteränge zu fahren.


Den dritten Durchgang startet Sven Seeliger von der ungünstigen äußeren Startposition, direkt neben Jussi Pinomäki, wie Sven ebenfalls 2 facher Europameister und in der Division 1a einer der Topfahrer. Sven gelingt ein guter Start und setzt sich direkt hinter Pinomäki an die 2. Position. Er kann ihm folgen und mit 3,5 sekunden Abstand hinter Pinomäki die insgesamt 7.beste Zeit einfahren. "Davon ein zweites Ergebnis und ich hätte ganz vorne mitgespielt" ist Seeliger etwas enttäuscht über seinen Fehler im 2. Durchgang. Nach den Qualifikationsläufen belegt er den 12. Rang und somit den 2. Startplatz im C-Finale.






Nach der Fahrerpräsentation ging es dann in die Finalläufe. Seeliger wußte von den guten Startqualitäten des auf Pole stehenden Peter van de Wege (Toyota Yaris), doch beide wurden von Christian Petrakovits, der aus der 2. Reihe startete überrascht. Petrakovits übernahm die Führung vor van de Wege und Seeliger. Seeliger setzte über die komplette Renndistanz van de Wege unter Druck, konnte ihn aber nicht mehr passieren.


Somit wurde er Dritter im C-Finale und belegte dadurch Gesamtrang 13. Mit diesem Ergebnis zeigte er sich zufrieden, schließlich war es der erste EM-Auftritt des Teams seit dem Finale im vergangenen Jahr in Buxtehude. Dort auf dem Estering geht es am 2. September weiter mit der (DRX) internationalen Deutschen Meisterschaft. Vorher aber - und zwar bereits am 18./19. August - startet Seeliger mit seinem Ford Fiesta ST 1600 wieder in der Europameisterschaft. Im niederländischen Valkenswaard geht es dann in die nächste Runde.
Text: Sven Kopf + Michael Hoese Bilder: Sven Kopf

 

Berichte 2007 - 8.Lauf zur ERC Rallycross Europa Meisterschaft
Eurocircuit - Valkenswaard - Niederlande 18.-19. August 2007

Seeliger verpasst knapp die Punkteränge
Sven Seeliger startet bei der Europameisterschaft. Erfolg und Niederlage lagen dicht beieinander. Schon am 2. September geht es weiter.
Die kleine Jasmin radelt durch das Fahrerlager, sammelt Kunststoffteile ein und bringt diese zu ihrem Vater. Alle Teile haben eines gemeinsam, sie gehören zum Ford Fiesta ST 1600 von Sven Seeliger, der damit kurz zuvor auf der Rennstrecke eine Kollision erfahren hat. "Ein Kontrahent prallte nach einem Zweikampf gegen die Bande, flog zurück und traf die Schnauze meines Autos" schildert Seeliger die brenzlige Situation, aufgrund der er im ersten Vorlauf gleich erheblich Zeit verliert und nur 18er wird. Kein allzu schlechtes Ergebnis bei insgesamt 30 Teilnehmern allein in seiner Klasse (Division 1A, Fahrzeuge bis 1600 ccm).

Aus vierzehn Nationen waren Fahrer ins niederländische Valkenswaard gereist um den achten von zehn Europameisterschaftsläufen zu absolvieren.
Dennoch: Seeliger musste alles riskieren und in den zwei verbleibenden Vorläufen gute Zeiten zu fahren um sich für einen der Finalläufe zu qualifizieren, schließlich gibt es nur Punkte bis Rang sechzehn. Doch auch der zweite Vorlauf war voller Dramatik: Seeliger kann sich nach dem Start an Position zwei festsetzen und führt die Verfolgergruppe in die erste Runde, dann wird er langsam und kommt weit raus, muss das Feld ziehen lassen.



"Eine Antriebswelle ist gebrochen" erklärt Seeliger, der aber Ersatz dabei hat und deshalb noch am dritten und letzten Vorlauf an den Start rollen kann. Eigentlich hatte er mit dem unerprobten Ersatzteil langsam fahren müssen, aber aufgrund des Ausfalls musste unbedingt eine gute Zeit her. Seeliger ging einmal mehr volles Risiko und legte dann die siebtschnellste Zeit hin.
Damit zeigte Deutschlands bisher einziger Europameister, dass er durchaus vorne mitfahren kann, wenn nichts dazwischen kommt. Wie nah Sieg und Niederlage im Motorsport beisammen liegen, erfuhr das Team anschließend bei der Auswertung der Qualifikationsläufe. Nur Rang 17 blieb am Ende, keine Finalteilnahme für den Rethemer Rallycrosser. Grund zur Trauer gab es dabei nicht: "Es ist immer ärgerlich, so knapp an den Punkten vorbeizuschrammen, aber wir haben ziemlich alte Reife benutzt. Eigentlich bin ich schon auf dem Gewebe gefahren" sagt Seeliger anschließend.

Schon für den 2. September wird das Team sich um neue Pneus bemühen müssen, denn dann geht es mit der DRX Deutsche Rallycross Meisterschaft in die vorletzte Runde. "Wir werden auf dem Estering in Buxtehude in der Nähe von Hamburg fahren, das ist nicht weit von zu Hause weg" erklärt Seeliger.

Text + Bilder: Sven Kopf

 

 

Duivelsbergcircuit - Maasmechelen | B - 13.-14. August 2005

Der Duivelsbergcircuit in Maasmechelen ist der Ort an dem sich die Europameister-schafts Matadore zum 7. Mal in der Saison treffen um auf dem Teufelsberg den End-spurt um die begehrte ERC-Trophäe einzuleiten.Für das Team Seeligerracing und den neu entwickelten Induflex-Fiesta ein weiteres Wochenende mit neuen technischen Modifikationen. Der Fiesta hat endlich seine Differential-Sperre erhalten und Sven konnte sich so richtig auf die Strecke stürzen.Das Ergebnis: 7. Zeit auf der von Sven ungeliebten Strecke. Aber es sind eben die Passagen, die Sven bisher nicht mochte, auf denen er deutlich schneller wie die Mit-bewerber ist. Die Panoramaboocht ist der spektakuläre Part der Strecke - auf einem schnellen Bergabstück geht es vom Schotter wieder auf den Aphalt in eine schnelle Rechtskurve auf der Sven mit dem Fiasta stets attackieren kann. So ging es dann auch am Samstag in den ersten Heat. Sven hatte Probleme vom Start wegzukommen, erreicht aber insgesamt die gute 7. ZeitÜber Nacht kam dann der sintflutartige Regen. Der Duivelsberg dürchnässt, die Strecke nass wurde der Sonntag als Wet-Race gestartet. Sven geht am Sonntag morgen mit dem amtierenden Europameister Ron Snoeck (Seat Ibiza NL) und dem Sieger des letzten Laufes in Schweden Zdenek Cermak auf die Strecke (Skoda Fabia CZ). In einem spektakulären Dreikampf liefern sich die
drei Soßstange an Stoßstange Duelle über die ganze Renndistanz.
Sven hätte den Induflex Fiesta schneller bewegen können, aber der
Dreikampf kostet den Beteiligten wertvolle Zeit - Sven wird 8. im 2. Heat.So mußte eine gute Zeit im dritten Heat her um die direkte Qualifikation fürs angestrebte A-Finale zu erreichen.Dasselbe Bild im dritten Heat: Snoeck, Cermak und Seeliger stehen am Start, den Sven für sich entscheiden kann und ausgangs der ersten Kurve die Führung übernimmt. Ein hartes Duell zwischen Seeliger und Snoeck entsteht, in dem der Europameister Snoeck den Induflex Fiesta von der Strecke dreht. Sven kann mit der verlorenen Zeit, trotz sensationell starker Aufholjagd nur die 18. Zeit verbuchen. Ron Snoeck wird mit der schwarzen Flagge belegt und für den 3. Heat disqualifiziert.Die Ergebnisse aus dem Heat 1 und 2 positionieren Sven auf dem 4. Startplatz im B-Finale. Erneut gelingt ihm ein guter Start und er kann sich hinter van den Branden (Citroen Saxo) als zweiter einreihen. Sven hetzt den Belgier über die Strecke und ist immer in Reichweite des ersten Platzes, der ihm die Teilnahme am A-Finale ermöglicht.In der 4. Runde rutscht Sven beim Anbremsen auf der nassen Strecke in das Heck des Niederländers, der sich in dem Moment schon auf 2 Rädern befand. Van den Branden fällt mit technischem Defekt aus. Sven wird leicht aufgehalten und in dem Moment rutscht Jan Veltman (Citroen Saxo NL) am Fiesta vorbei und gewinnt das Rennen. Unverständlicherweise wird Sven in der Folgerunde die schwarze Flagge gezeigt. Somit wurde er auf den 11. Platz zurückgestuft.Zwar endet das Rennwochenende mit einer unverständlichen Entscheidung der Sportkommissare, aber Belgien hat gezeigt, dass das Team Seeligerracing mit demInduflex Fiesta und auch Sven sich mit seinem Talent zurück in der Europameisterschaft gemeldet hat.

33 Teilnehmer insgesamt ohne Qualifikation für die Finalläufe: Karsten Ney . Deutschland . VW Polo Jürgen Klänhardt . Deutschland . Citroen Saxo
 

Estering - Buxtehude | D- 03.-04. September 2005 Knapp 2 Jahre mussten die deutschen Rallycrossfans warten, zwar ließ Seeligerracing immer wieder von sich hören und auch Ergebnisse und Bilder fanden sich immer wieder im world-wide-web, aber eben diese 2 Jahre dauerte es bis Sven Seeliger seinen neuen Ford Fiesta ST 1600 dem deutschen Publikum präsentieren konnte. Premiere also für den Induflex-Fiesta auf dem Estering, der Heimat des deutschen Rallycross-Sports in Buxtehude.

So lange wie die Rückkehr auf die nationale Bühne auch dauerte, so beeindruckend meldete sich Sven Seeliger zurück. Streckensprecher Martin Kummerow schwärmte jedesmal von "seinem schönsten Rallycrosser" und auch Rolf Volland, amtierender und auch neuer deutscher Meister, hätte gerne auch "so eine kleine geile Rennma-schine [...] Es macht Spaß dir zuzuschauen, Sven" sprach er im Fahrerlager.Aber auch Sven hatte auf seiner Heimstrecke die reinste Freude mit seinem Induflex-Fiesta. Lief es im Training noch etwas behäbig erlangte er seine Kampfesfreude spätestens im 2. Heat wieder. Zwar konnte er keinen Start gewinnen, was auch bei den divisionsübergreifenden Vorläufen kein Wunder war - Sven startete stets in der schnellsten Startgruppe mit den Allradangetriebenen Turbofahrzeugen der Division 1- doch konnte er stets die WRC Fahrzeuge zur Freude der Zuschauer bedrängen und im Rennverlauf sogar überholen. Als stärkster Mitbewerber aus der Division 1a stellte sich Rene Coste mit seinem dieses Jahr schon arg gebeutelten Honda Civic EK4 heraus. Trotzdem schien es für sven ein einsames Rennen in der Division 1a zu werden.
Vom 3. Startplatz ging Sven in das mit der Division 4 zusammengelegte Finale und fand sich bereits nach der ersten Kurve auf dem 2. Platz wieder. Aber das war keinZufall. Sven verpasste zwar den Start gegenüber den heckgetriebenen Fahrzeugen, doch in seinem Wohnzimmer, der Sparkassen-Kurve, findet er jedesmal die Linie, die ihn bis nach vorne katapultieren kann. Doch der 2. Platz in diesem Finale schien Sven nicht genug, obwohl er damit schon die volle Punktzahl und auch den Sieg in der Division 1a in der Tasche hatte. Über die volle Renndistanz bleibt Sven mit dem Induflex-Fiesta an der Stoßstange von Gerhard Völzer, der seiner-seits die wichtigen Punkte für die DM-Führung benötigt, und kann sich auch mehrfach daneben setzen. Es entsteht ein packender Zweikampf zwischen den unterschiedlichen Antriebskonzepten (Völzer fährt ein bärenstarkes Opel Kadett C Coupe), welches Völzer für sich entscheiden kann.

Unter dem Jubel der Zuschauer lassen sich die Matadore von den Zuschauern feiern. "Das war die beste Werbung für den deutschen Rallycross-Sport" hieß es im Fahrerlager, aber auch die beste Werbung für den Europameisterschaftslauf auf dem Estering am 01. und 02. Oktober.Auch für das Superfinale (die schnellsten 8 Fahrzeuge des Wochenendes) qualifizierte sich Sven direkt und lag aussichtsreich auf dem 5. Platz, als sich am Induflex-Fiesta eine Antriebswelle verabschiedete. Um einen weitaus größeren Folgeschaden zu vermeiden beendete er das Rennen und wurde als 7. gewertet. Alles in allem war das "Testrennen" auf dem Estering ein Riesenerfolg und lieferte eben wichtige Daten, um möglichst optimal vorbereitet in das Saison-finale der Rallycross-EM auf dem Estering zu gehen.